Alles gegeben und doch verloren - DEG wird Vizemeister
Es hat einfach nicht sollen sein. Die DEG METRO STARS haben das vierte Finalspiel mit 2:4 (1:0, 1:1, 0:3) verloren - damit sind die Eisbären Berlin deutscher Meister der DEL-Saison 2008/09. Im ausverkauften ISS DOME gelang es der DEG nicht, eine 2:0-Führung in einen Sieg umzumünzen und damit ein fünftes Spiel zu erzwingen. Trotzdem sahen die 13.376 Zuschauer ein packendes Match, in welchem die Gäste letztendlich den längeren Atem hatten und tapfer kämpfende Düsseldorfer bezwingen konnten. Das Sahnehäubchen auf einer tollen Saison blieb somit aus - trotzdem können Trainer Harold Kreis, die gesamte Mannschaft und alle Fans stolz auf das Erreichte sein, denn die DEG METRO STARS haben spannende und tolle Playoffs gespielt, die jederzeit Werbung für Eishockey in Düsseldorf waren.

Shane Joseph und Adam Courchaine vor Rob Zepp ...
Alle Bilder: Christian Roth & Peter Koch / American-Sports.Info
Im vierten Finalspiel musste nach der 1:5-Niederlage vom Ostermontag unbedingt ein Sieg her, um ein fünftes Match herbeizuführen. Der Druck war also auf Seiten der Düsseldorfer, die damit zunächst aber gut umgehen konnten. Ein erstes Überzahlspiel konnte allerdings nicht verwertet werden, die größte Chance zur frühen Führung vergab Ryan Caldwell. Umgekehrt überstand man eine Unterzahlsituation unbeschadet und trotz eines Pfostentreffers der Berliner waren die ersten zehn Minuten recht ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Hausherren. In der 13. Minute dann das heiß ersehnte 1:0: Brandon Reid (wer auch sonst) spielte Adam Courchaine mustergültig an und der Top-Torschütze der DEG in den Play-offs ließ Rob Zepp im Tor der Eisbären keine Chance. Der Jubel im vollen Rund war beeindruckend und die tolle Stimmung hielt an, zumal die DEG unbedingt nachsetzen wollte. So ging es in den nächsten Minuten auf und ab mit Chancen hüben wie drüben. Auf Seiten der Düsseldorfer vergab erneut Caldwell, der am hervorragend aufgelegten Zepp scheiterte. Bei 16:23 setzte es dann gleich zwei Strafen für die Berliner - die große Chance, die Führung auszubauen. Doch die DEG METRO STARS agierten bei 5:3 zu zaghaft und nervös, so dass es trotz guter Möglichkeiten von Rob Collins und Shane Joseph beim 1:0 blieb - ein ungeschriebenes Eishockey-Gesetz sagt, dass das Auslassen solcher Chancen sich meistens rächen wird.

... und Adam "Riese" Courchaine versenkt den Puck im Tor
Das zweite Drittel begannen die Düsseldorfer in Unterzahl, überstanden diese aber schadlos. Kaum wieder vollzählig wurde Patrick Reimer bei einem Alleingang vom Gegner gelegt und die Schiedsrichter entschieden auf Penalty. Courchaine trat an - und schoss den Puck über das Gehäuse. Wieder einer vertane Chance, die Führung auszubauen. Auch in Überzahl sollte es heute nicht klappen, zwei Situationen blieben ohne zählbaren Erfolg. Bis in der 32. Minuten erneut Courchaine in den Mittelpunkt des Geschehens rückte - die Berliner waren gerade wieder vollzählig auf dem Eis, als er ein Zuspiel von Caldwell unter die Latte hämmerte - endlich das 2:0. Die unbändige Freude sollte aber nur knappe anderthalb Minuten anhalten, dann verkürzte Tyson Mulock mit einem unhaltbaren Schuss in den Winkel auf 1:2 aus Sicht seiner Mannschaft. Kurz darauf wieder Überzahl für Düsseldorf und wieder war es Caldwell, der heute zum Pechvogel des Tages avancierte und am Tor vorbeihämmerte. Reid im Zusammenspiel mit Joseph und Bazany bei seinem strammen Schuss waren aber nicht erfolgreicher. Während sich kurz vor Drittelende Jamie Storr noch gegen Nathan Robinson beweisen musste, verpassten Collins und Reimer auf der anderen Seite die Möglichkeiten zur Vorentscheidung.

Ehrung für Brandon Reid - MVP (Most valuable Player) 2009
Erfreulicherweise lief das zweite Drittel bei weitem nicht so schlecht, wie im vorherigen Spiel - dafür setzte es dann anfangs des dritten Spielabschnitts eine kalte Dusche. Nach 53 Sekunden erzielte Eisbären-Kapitän Steve Walker den Ausgleich. Und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn 21 Sekunden später Reimer seine Chance verwandelt hätte. Das Publikum peitschte die DEG voran, doch die Kräfte ließen nun merklich nach, während die Eisbären noch einen Hauch fitter wirkten. Und in Überzahl das erste Mal durch Andrew Roach in Führung gehen konnten (48.). Joseph hätte eine Minute später ausgleichen können, doch das Glück hatte Düsseldorf inzwischen verlassen, dafür schlug das Pech in der 52. Minute zu. Einen Schuss am Tor vorbei unterschätze der ansonsten blendend aufgelegt Storr und den von der Bande zurück prallenden Puck konnte Robinson problemlos versenken. Nun bleib nur noch eines: aufopferungsvoll kämpfen. Das taten die Düsseldorfer Jungs, doch ein Tor wollte nicht mehr fallen. Auch nicht auf Seiten der Eisbären, bei denen Roach einen Penalty in der 57. Minute an die Latte setzte. Es blieb beim 2:4 und somit stand nach 60 packenden und umkämpften Minuten der neue deutsche Meister fest: die Eisbären Berlin.

Abschied als Vizemeister von den Fans im ISS DOME
DEG-Chef-Trainer Harold Kreis ist stolz auf seine Mannschaft:
Auch Kapitän Daniel Kreutzer ist stolz auf "sein" Team:
Dass Brandon Reid nach dem Spiel als Most Valuable Player der Play-offs geehrt wurde, war nur ein kleiner Trost. Trotz allem war es für die DEG METRO STARS eine tolle Saison mit unglaublich spannenden Play-offs. Und neidlos muss man erkennen, dass die Berliner verdient deutscher Meister geworden sind. An dieser Stelle also herzlichen Glückwunsch in die Bundeshauptstadt und danke an Harold Kreis und die gesamte Mannschaft für eine packende DEL-Saison 2008/09.
(ASZ)




