3:1! DEG schlägt zurück!

Eishockeyherz, was willst Du mehr? 11.254 restlos begeisterte Zuschauer erlebten am Ostersamstag im zweiten Finalspiel zwischen den DEG METRO STARS und dem amtierenden Deutschen Meister aus Berlin ein wahrhaftiges Eishockey-Fest und ein unbändig kämpfendes und rackerndes DEG-Team. Die eines DEL-Finals absolut würdige und hochklassige Partie zweier schneller und technisch versierter Mannschaften hatte nicht nur zahlreiche Torszenen zu bieten, sondern war dazu zu jeder Zeit spannend, würzig und intensiv, dabei aber absolut fair. Und als die Düsseldorfer dann auch noch mit 3:1 (1:0; 1:1; 1:0) ihren ersten Finalsieg seit 1996 einfahren konnten, gab es auf den Rängen kein Halten mehr.


Stimmungsvolle Kulisse zum ersten Finalspiel überhaupt im ISS DOME - Alle Bilder: Sabine Krauß / Christian Roth - American-Sports.Info

Gleich zu Beginn rissen die METRO STARS, die schon Donnerstag in Berlin einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatten, das Geschehen an sich. Die ersten gut 11 Spielminuten gehörten Rot und Gelb. Ryan Caldwells von Brandon Reid aufgelegter Schlagschuss (1.), Shane Josephs aus dem Slot abgeschlossene Einzelaktion (3.), eine im Berliner Drittel vorgetragene Kombination von Daniel Kreutzer, Rob Collins und Andy Hedlund (4.), ein 2:1-Konter von Reid und Evan Kaufmann (5.), Reids Direktabnahme vor dem Tor nach Pass von Adam Courchaine von der rechten Seite (7.), erneut ein Distanzversuch von Caldwell (10.) und schließlich ein Schuss von Rob Collins aus dem Slot, nachdem Patrick Reimer das von Rob Zepp gehütete Eisbärentor umkurvt und auf seinen Nebenmann abgelegt hatte (11.), hätten die Führung für die Düsseldorfer bedeuten können.


Patrick Reimer tankt sich im zweiten Drittel in Unterzahl vor Zepp, vergibt aber leider.

Da war der Schlagschuss von Brandon Smith, der bei freier Sicht sicher in Jamie Storrs Fanghandschuh landete (2.) fast schon zu vernachlässigen. Ein ohne zwingende Torchance verpuffendes Powerplay nahm der DEG ab der 12. Minute ein wenig den Schwung. Denis Pederson hatte die Führung für die Hauptstädter auf dem Schläger, als er plötzlich frei vor Jamie Storr zum Schuss kam (13.), kurz danach musste die DEG-Verteidigung erneut in höchster Not retten. Dass die DEG doch noch den ersten Kabinengang mit einem Erfolgserlebnis im Rücken antreten konnte, hatte sie ihrem Kapitän Daniel Kreutzer zu verdanken. Dieser zimmerte die Scheibe aus vollem Lauf in einem bis dahin wenig erbaulichen Überzahlspiel an Zepp vorbei zum umjubelten 1:0 in die lange rechte Ecke (20.). Vorausgegangen war ein 3:2-Konter über Rob Collins, nachdem sich die Berliner in Unterzahl zu forsch nach vorne orientiert hatten.


Großer Berliner Druck im Mittelabschnitt...

Die Mannschaft von Harold Kreis hatte in den ersten 20 Minuten ein mörderisches Tempo vorgelegt. Das zweite Drittel dominierten dann die von Don Jackson trainierten Gäste. 23:4 Torschüsse zählten die Statistiker zugunsten der Berliner. Nathan Robinson (23.) aus Kurzdistanz und Deron Quint mit einem verdeckten Schuss aus halbrechter Position (25.) hatte gute Einschusschancen. In einem Unterzahlspiel, in der sich die METRO STARS aufopferungsvoll gegen den drohenden Ausgleich stemmte, tankte sich Patrick Reimer vor das Tor von Zepp, vergab aber seinen Alleingang (27.). Zur Mitte des Spiels hielt es im ISS DOME keinen mehr auf seinen Sitzen, so spannend und mitreißend war dieses Play-off-Finale! So tapfer sich die DEG dem Druck der Berliner erwehrte, den Ausgleich vermochte sie nicht zu verhindern. Schnell und präzise lief der Puck durch die Reihen der Eisbären. Florian Busch auf Brandon Smith und dieser zu Denis Pederson auf Höhe der blauen Linie stehend. Die Direktabnahme schlug hinter Jamie Storr ein, dem die Sicht versperrt war (32.).


...und dessen konsequente Folge: Der Ausgleich für die Eisbären.

Die DEG nun geschockt und angeschlagen? Mitnichten! Ganze 45 Sekunden später stand der ISS DOME erneut Kopf! Fabio Carciola war bei einem Gegenstoß in das Verteidigungsdrittel der Eisbären gefahren, aber eigentlich ziemlich allein auf weiter Flur. Also ließ er die Scheibe für den heranrauschenden Evan Kaufmann liegen. Dieser fackelte keine Millisekunde und setzte einen ansatzlosen Handgelenksschuss wiederum in die lange rechte Fanghandecke. Der passte genau (33.)!


Doch die DEG schlägt zurück: Fabio Carciola bejubelt den Treffer von Evan Kaufmann

Diese Führung hielt bis ins letzte Drittel, in dem sich die DEG nicht mehr wirklich dafür interessierte, in der Offensive am Spiel teilzunehmen. Ein Icing folgte dem nächsten und so verrannen Minuten und Sekunden. Berlin hatte zwar Gelegenheiten, aber keine wirklich zwingenden. Bevor das große Zittern in den Schlussminuten einsetzen konnte, machte Rob Collins mit einem seiner gefürchteten Schlenzer alles klar. Genau 58 Minuten waren gespielt, als er die Scheibe zum finalen 3:1 versenkte. Eine Auszeit von Don Jackson und die Herausnahme seines Torhüters vermochten an diesem Ergebnis und dem verdienten Serienausgleich nichts mehr zu ändern. Die Fans waren da schon freudentrunken und in bester Feierlaune.


Her zischt die Scheibe zum 3:1 an Rob Zepp vorbei. Torschütze war Rob Collins.

Eisbären-Coach Don Jackson zeigte sich nach dem Spiel von der Leistung der METRO STARS beeindruckt. „Die DEG hat ganz wenige Rebounds zugelassen, Storr viele erste Pucks gehalten. Da war es für uns schwer, zu Toren zu kommen. Die DEG hat eine der schnellsten Mannschaften der Liga, deshalb sind sie auch im Finale. Wir müssen jetzt zurück nach Berlin fahren und zusehen, dass wir selbstbewusst bleiben.“

Auch Harold Kreis hatte das packende Spiel voll in seinen Bann gezogen. „Das war an Spannung kaum zu überbieten. Wir hatten uns vorgenommen, weniger vermeidbare Fehler zu machen und unnötige Scheibenverluste zu vermeiden. Das war eine von großem Kampfgeiste geprägte geschlossene Mannschaftsleistung. Wir haben um jeden Zentimeter hart gekämpft. Das zweite und das dritte Tor haben uns noch einmal beflügelt und Kräfte freigesetzt. Die Tore sind natürlich zum richtigen Zeitpunkt gefallen“. Seine Mannschaft habe es verstanden, die Berliner vom eigenen Tor fernzuhalten und wenig Rebounds zugelassen. Jetzt sei es wichtig, zu regenieren. „Und wir müssen das Spiel von heute abhaken und am Montag weiterschauen.“


Beste Feierlaune auf den Rängen.

Diese Worte stammen aus dem Mund eines Trainers, der gerade ein Play-off-Finalspiel mit seiner Mannschaft gewonnen und die Serie ausgeglichen hat. Aber so ist das nun mal in der entscheidenden Phase der Saison. Schon am Montag um 14:30 Uhr geht es in der Berliner O2-World mit dem dritten Finale weiter. Durch den heutigen Sieg hat sich die DEG ein weiteres Heimspiel erarbeitet. Dieses steigt am Mittwoch um 19:30 Uhr im ISS DOME. Karten gibt es unter anderem im Online-Ticket-Shop der DEG METRO STARS. Und wer weiß, vielleicht steht dann ja schon eine große Entscheidung an… Es ist jedenfalls alles möglich! Weiter so, Jungs!

(JA)




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