4:3 n.V. - DEG erzwingt fünftes Halbfinalspiel
Im Fernsehen lief der „Tatort“, als sich heute abend im ISS DOME ein ganz besonderer Krimi abspielte. Das vierte Halbfinalspiel zwischen den DEG METRO STARS und den Hannover Scorpions ging in die Verlängerung und das bedeutete: Sudden Death bzw. Sudden Victory für die Mannschaft, die das erste Tor erzielt. Und das waren die Düsseldorfer. Vor 8.964 Zuschauern gewannen die Hausherren denkbar knapp mit 4:3 (3:1, 0:2, 0:0, 1:0) und erzwangen damit das fünfte Spiel in dieser Halbfinalserie. Somit kommt es am Dienstag in der TUI Arena in Hannover zum großen Showdown.

Das umjubelte Siegtor in der Overtime
Alle Bilder: Christian Roth / Peter Koch (american-sports.info)
Nach zwei Hannoveraner Siegen standen die DEG METRO STARS unter Zugzwang. Ein Sieg musste her, um doch noch die Chance auf den Finaleinzug zu wahren. Doch den schwungvolleren Start in das Spiel erwischten die Gäste, die von Anfang an Zug zum Tor entwickelten. Den ersten Treffer jedoch erzielten die Düsseldorfer – und das auch noch in Unterzahl. Andy Hedlund schmorte auf der Strafbank, als Shane Joseph den vom wieselflinken Brandon Reid gestarteten Konter mit seinem Abstauber durch die Beine von Scorpions-Goalie Dimiti Pätzold zum 1:0 vollendete. Ein Start nach Maß. Eine eigene Überzahl konnte die DEG trotz guter Möglichkeiten nicht nutzen, stattdessen machten erstmal wieder die Gäste Druck. Die Düsseldorfer bekamen den Puck nicht aus der Verteidigungszone und so machte der sträflich allein gelassene Adam Mitchell den Ausgleich (9.). Unbeeindruckt davon zog Ryan Caldwell in der 12. Minute einfach mal von der blauen Linie ab und traf damit zum 2:1. Die folgende Unterzahl überstanden die Rot-gelben dank aggressivem Forechecking schadlos und kaum wieder komplett auf dem Eis, spielte Reid mal eben die gesamte hannoversche Abwehr schwindelig – das Tor machte aber Adam Courchaine (15.), der den Abpraller problemlos versenken konnte. Kurz darauf war es wieder das Duo Reid/Joseph, das für die Vorentscheidung sorgen konnte, doch dieses Mal war der Puck Pätzolds Beute. Der Rest des Drittels war geprägt von mehreren kleinen Scharmützeln, die aber letztlich folgenlos blieben.

Hier erzielt Adam Mitchell den Ausgleich zum 1:1, doch kurz darauf...

... fällt das 2:1 für die DEG METRO STARS.
Das zweite Drittel begann zunächst ausgeglichen, doch als Martin Hlinka in der 25. Minute per mehrfach abgefälschtem Schuss den Anschlusstreffer zum 3:2 erzielte, fühlte man sich unangenehm an das zweite Halbfinalspiel erinnert – da verspielte die DEG eine zwei-Tore-Führung im Mittelabschnitt. In der 28. Minute vertändelte Peter Ratchuk den Puck in der Angriffszone und kam dann nicht schnell genug nach hinten. Sachar Blank konnte von der blauen Linie mit dem Puck auf Jamie Storr zulaufen und setzte die Scheibe am Schoner vorbei an den Innenpfosten, von wo aus sie ins Tor ging. Und wieder war der Vorsprung dahin. Ein kurzes Aufbäumen der DEG folgte, doch ab der 30. Minute war Hannover am Drücker und dort blieben sie auch ersteinmal. Die DEG spielte zu statisch und fand keine Mittel und Wege mehr, um den Spielfluss der Niedersachsen zu stoppen. Die Scorpions agierten bei numerischem Gleichstand wie in Überzahl, während die Düsseldorfer ins Angst erstarrten, wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange. Doch der Eishockeygott war in diesen Minuten auf der Seite der METRO STARS, denn dass sie kein weiteres Tor kassierten, grenzte in dieser Phase an ein kleines Wunder. DEG-Trainer Harold Kreis kommentierte dies nach dem Spiel wie folgt: „Wir konnten froh sein, dass es nach dem zweiten Drittel unentschieden stand, denn die Hannoveraner machten mächtig viel Druck, während bei uns die Kräfte schwanden und falsche Entscheidungen getroffen wurden. In der Drittelpause konnten wir das dann wieder geraderücken.“

Die Scorpions hatten die DEG im zweiten Drittel im Griff.
So war es in der Tat, denn im dritten Spielabschnitt wirkten die Hausherren wieder souveräner und entschlossener. Zwar hatten sie in der 42. Minute auch Fortuna auf ihrer Seite, als die Scorpions trotz freier Schussbahn und leerem Gehäuse kein Tor machten, doch der Wille war nun wieder deutlich zu spüren. Pech hatte Patrick Reimer, als er bei einem Konter nur Pätzolds Fanghand traf und auch Hedlund in Überzahl hatte kein Glück mit seinem Schlagschuss (50.). Die Gäste lauerten nun nur noch auf Fehler, doch die kamen nicht. Stattdessen feuerten die Düsseldorfer aus allen Rohren, als Sascha Goc auf der Strafbak saß, doch weder Rob Collins, noch Chris Harrington, noch Courchaine konnten ihre Chancen verwerten. Und so blieb es beim 3:3 nach 60 gespielten Minuten.
Es ging in die ersten 20 Minuten der Verlängerung, die dann beendet wäre, sobald eine Mannschaft einen Treffer erzielt. Die Spannung im Rund war nun deutlich spürbar, während auf dem Eis die DEG METRO STARS die aktivere Mannschaft waren. Und so wurden sie mit dem Lohn der Tüchtigen beschenkt. Zunächst brachte Joseph den Puck vor’s Tor und dann war es Courchaine, der mit seinem Treffer aus dem Gewühl heraus für die Entscheidung sorgte. Nach 66:40 Minuten gingen die Düsseldorfer als glücklicher Sieger vom Eis.

Die Jubeltraube nach Courchaines erlösendem Siegtreffer.
Scorpions-Trainer Hans Zach resümierte sachlich: „Wir haben wieder ein mitreissendes Spiel gesehen, bei dem die DEG cleverer war und wir mehr Druck gemacht haben. Am Dienstag wird sich in dieser ausgeglichenen Serie nun einer durchsetzen.“ An die Leistung aus dem dritten Drittel soll die Mannschaft von Harold Kreis am Dienstag anknüpfen. Der DEG-Trainer konstatierte zudem: „Das war wieder Werbung für’s Eishockey.“ Das entscheidende fünfte Halbfinalspiel zwischen den Hannover Scorpions und den DEG METRO STARS in der TUI Arena in Hannover beginnt am kommenden Dienstag um 19 Uhr.
(ASZ)




