Keine Kamelle für Krefeld – DEG gewinnt 7:3

Es gibt diese Tage, da gelingt so gut wie alles. Heute war so ein Tag. Gerade mal 14 Minuten waren gespielt, da schallte der Gesang „Und so spielt man Eishockey“ durch’s mit 9.093 Zuschauern gut gefüllte Rund des ISS DOMES. Der Grund: die DEG METRO STARS führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 4:0 gegen die Krefeld Pinguine. Am Ende der 60 Minuten stand es dann 7:3 (5:0, 1:1, 1:2) – und so fuhren die Seidenstädter an diesem Karnevalssonntag mit leeren Taschen nach Hause.

 

Fabio Carciola feierte den Sieg mit den feschen Reimer-"Mädels"

Alle Bilder: Christian Roth / American-Sports.info (Bildgalerie)

 

Der erste Angriff gehörte den Nachbarn aus Krefeld, doch im Gegenzug klingelte es direkt im Tor von Gästegoalie Scott Langkow. Rob Collins fuhr nahezu unbedrängt durchs gegnerische Drittel und zirkelte den Puck rechts oben ins Eck. 1:0 nach 34 Sekunden – schneller fiel bisher kein DEG-Tor in dieser Saison. Unbeeindruckt behielten die Pinguine ihren Zug zum Tor, doch die Defensive der Düsseldorfer arbeitete gut und auch Jamie Storr im Kasten der DEG war hellwach, auch bei der Überzahl der Krefelder ab Minute 3. Kurz darauf gab es dann das erste Powerplay für die Hausherren und noch während die Strafe für Charlie Stephens lief, wurde nach einem Foul an Adam Courchaine die nächste angezeigt. Folgerichtig ging Storr für einen weiteren Feldspieler vom Eis und Courchaine lauerte rechts am gegnerischen Gehäuse, von wo aus er Collins’ Pass problemlos zum 2:0 versenken konnte. Und getreu dem Motto „Jeder Schuss ein Treffer“ ging es weiter: Ryan Ramsay passt in die Mitte zum herbeieilenden Korbinian Holzer und der tunnelt Langkow. Das 3:0, und es waren noch keine zehn Minuten gespielt. Die Gäste wirkten nun überfordert und blieben in Überzahl ungefährlich, im Gegensatz zu den Stürmern von Rot-gelb. In der 13. Minute war es Brandon Reid, der mit seinem nicht gerade unhaltbaren Treffer den Arbeitstag von Langkow beendete. Der sichtlich frustrierte Goalie räumte den Kasten für Backup Danijel Kovacic. Und wurde mit Patrick Reimers 5:0 in der 16. Minute standesgemäß begrüßt. Sieben Schüsse, fünf Treffer – die DEG machte heute wirklich Werbung in eigener Sache.

 

Knie zusammen, doch Holzers Schuss ging trotzdem durch.

 

Und so ausgelassen feiern Tutschek und Holzer den Treffer

 

Doch die Pinguine wollten sich partout nicht aufgeben und boten im zweiten Drittel eine gute kämpferische Leistung. Die DEG hielt ordentlich dagegen, und dass obwohl „das physische Spiel nicht gerade unseres ist“, wie Trainer Harold Kreis nach dem Spiel konstatierte. Zweimal vernahm man zunächst das Geräusch, wenn ein Puck den Pfosten triftt, bevor  dann doch das 1:5 aus Gästesicht in Überzahl gelang. Und schlagartig war die DEG wieder im Spiel, doch Reimer und Courchaine vergaben ihre Chancen zunächst. Bisher nicht getroffen hatte in diesem Spiel Kapitän Daniel Kreutzer, was er in der 29. nachholte. Und das auf kuriose Weise: von der Bank kommend hielt er einfach mal drauf und der Puck landete tatsächlich zum 6:1 im Netz. Offenbar war Kovacic vom herannahenden Ramsay irritiert. Collins vergab danach noch zwei Chancen und Strafen auf beiden Seiten hatten keine Auswirkungen mehr.

 

Die Leiden des Scott Langkow...

 

Den besseren Start ins letzte Drittel erwischten die Hausherren, doch das nächste Tor machten die Gäste. Benedikt Schoppers Schuss wäre wohl am Tor vorbei gegangen, hätte ihn nicht ein Düsseldorfer für Storr unhaltbar abgefälscht. Es stand nun 6:2 und bekanntermaßen war den Krefeldern in dieser Saison schon einmal in Kassel das Kunststück gelungen, einen 0:6-Rückstand beinahe noch aufzuholen. Die Unaufmerksamkeit in der Düsseldorfer Abwehr nutzte Roland Verwey zum 6:3 und keine 90 Sekunden später drohte weiteres Ungemach, als Collins auf die Strafbank musste. Doch die Düsseldorfer spielten eine gute Unterzahl und verhinderten somit, dass die Pinguine weiter verkürzten. Stattdessen sorgte Courchaine mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend für einen vorgezogenen Aschermittwoch für den KEV, den Rebound nach Schuss von Shane Joseph brauchte er nur ins leere Tor zu bugsieren. In den letzten Minuten des Spiels schwappte dann die La Ola durch die Halle und selbst die zahlreichen erschienenen Gästefans machten trotz der deftigen Niederlage ihres Teams fröhlich mit. Das 8:3 hatte dann noch Reimer kurz vor Spielende auf der Kelle, doch bei seinem ansonsten blitzsauberen Alleingang behielt Kovacic die Oberhand. Die Ehrenrunde nach dem Spiel feierten die Spieler ausgelassen mit den Fans und neben der Raupe wurde auch mit der allseits bekannten Humba der Sieg gefeiert. Die Teilnahme am  Rosenmontagszug hat sich die Mannschaft allemal verdient.

 

Patrick Reimer scheitert an Danijel Kovacic

 

Torschütze Patrick Reimer resümiert:

 

 

Ein sichtlich geknickter Gästetrainer Igor Pavlov bescheinigte der DEG nach dem Spiel, dass sie bereit für die Playoffs seien, während sein eigenes Team noch zu locker an die Sache ginge. Trotz des eindeutigen Ergebnisses war es in den Augen von DEG-Trainer Kreis ein schwieriges Spiel, zumal die Krefelder von Anfang an aggressiv nach vorne gingen und sich dadurch auch ein Chancenplus erarbeiten konnten. In den letzten beiden Spielen werde man aber weiter kämpfen, um die bestmögliche Ausgangsposition für die Playoffs zu erreichen:

 

 

(ASZ)




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